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Nachruf auf Kurt Demmler: Der Mann, der die Kinder zu sehr liebte 4. Februar 2009

Posted by Langhaariger Bombenleger in Dumm gelaufen.
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Kurt Demmler, der größte Songschreiber der DDR, ist tot. Und auch ich habe nicht die Ankündigung erkannt. Er hatte es schon lange vor.

Kurt DemmlerEs gibt Dinge, die kann man wohl nicht zugeben, auch wenn es ehrlicher wäre. Kindesmißbrauch zum Beispiel. Aber abstreiten kann man sie auch nicht. Eine Frau könnte so etwas aus Rache erfinden und behaupten. Sechs nicht.

Kurt Demmlers Neigung zu zu jungen Mädchen war in Fachkreisen längst bekannt. Aber die DDR war kein Land, in dem man offen miteinander redete. Sondern alles mit sich selbst ausmachte. Systemkritik war dort gefährlich. So etwas dagegen Privatsache, auch wenn Väter ihre Töchter…blieb das oft unter der Decke.

Eine gute Bekannte hatte mich auf Kurts Musik aufmerksam gemacht. Auf Kinder und junge Frauen wirkte sie geradezu hypnotisch. Naiv, träumend, so wie man sich in der DDR ins Privatleben, in seine inneren Träume, in die heile Kinderwelt zurückzog. Und doch enthielten seine Texte Geständnisse, die keiner sah oder sehen wollte. Man war darin trainiert, wegzusehen.

Doch auch ich habe es nicht gerafft, daß er nicht mehr weiterleben wollte – er hatte es mir selbst geschrieben, lange vor dem Prozeß.

Ich entdeckte im Sommer 2007 auf Amazon.de in einer Rezension eine Anschuldigung gegen Kurt Demmler bezüglich Kindesmißbrauch. Nun, egal, was los ist, in eine Rezension bei Amazon gehört sowas nicht, da wird ohnehin schon genug Unsinn und Hetze getrieben . Aber ich kannte die Vorgeschichten nicht, woher auch, machte ihn direkt und persönlich darauf aufmerksam und fragte natürlich auch, was es damit auf sich hatte.

Ich bekam einen langen Brief als Antwort. Verstanden habe ich ihn damals auch nicht. Kurt Demmler war manisch-depressiv, er wußte, daß es für ihn „gelaufen“ war. Und er wußte auch, daß er als Mann, der sein Leben selbst bestimmt, es nicht bis zum Ende durchstehen wollte.

Tja, im Osten würde man das „stark“ nennen. Ich finde es stärker, wenn jemand redet, nicht schweigt. Hier war es wohl schon lange zu spät. Die Fälle, wegen denen Kurt Demmler vor Gericht stand, sind über 10 Jahre her.

Merkwürdigerweise heißt es, er habe eine der Frauen erpreßt, indem er ihr eine E-Mail schrieb, daß er sich umbringen werde, wenn sie ihn vor Gericht brächte, und ihr andernfalls versprach, sie finanziell zu bedenken. Das könnte man maximal den Versuch einer Bestechung nennen, aber Erpressung ? Wie bitte?? Dann erpreßt mich mein Arbeitgeber jeden Tag. Wieso tut die Gewerkschaft da nichts dagegen und verlangt sogar noch höhere Löhne?!?

Aber: Er hat eben auch da geschrieben, er bringt sich um, wenn sie ihn vor Gericht bringt. Ich verstehe auch das nicht als Erpressung – das würde ja voraussetzen, daß dem anderen etwas daran liegt, daß derjenige sich nicht umbringt – sondern nur eine Ankündigung. Eben genau diese Schande nicht durchstehen zu wollen.

Und da sagt die Justiz, es habe keine Selbstmordgefahr bestanden? Obwohl er genau wegen dieser Ankündigung im Gefängnis saß? Ja aber hallo!

Kurt Demmler war nicht der einfachste Mensch. So, wie es mit Künstlern oft ist. Und es war wohl zu einfach für ihn, seiner Neigung nachzugehen – bei Rockstars kontrolliert auch niemand die Ausweise der Groupies und in der DDR war er sowas wie ein Rockstar. Da hätte ihn niemand angezeigt, außer er wäre politisch zu direkt geworden. Nach 1990 war dies anders, doch Kurt Demmler wollte seine alten Träume weiterleben.

Ich veröffentliche normal keine privaten E-Mails. Aber hier kann es ihm nicht mehr weh tun und da frage ich mich jetzt doch: Hat denn wirklich niemand, der mehr über Kurt Demmler wußte als ich damals, das kommen sehen? Hat niemand etwas tun wollen? War er seinen Mitmenschen so verhaßt, daß man ihn in seiner kleinen Welt voller Selbstverleugnung alleine ließ und nur darauf wartete, daß er dem Abstieg ein Ende setzt?

Ich weiß auch nicht, was ich dazu sagen soll. Was er nach aller Erkenntnis getan hat, kann man nicht gutheißen, er hat damit viele Leben ruiniert, und am Ende war er feige. Aber eine Mitschuld haben all die, die mehr wußten als ich und trotzdem wegsahen oder es gar verleugneten. Und auch wenn er sich rausredete, man sieht in diesem Brief, wie in vielen anderen, die er schrieb, jemand, der um Hilfe rief. Sicher nicht nur bei mir, der ich dafür damals der Falsche war. Und auch nicht mehr hätte helfen können.

Schweigen ist der falsche Weg. Die Ossis halten die Wessis für oberflächliche Quasselstrippen. Das ist zu mindestens 3,5% völlig überzogen und ungerechtfertigt. Aber manchmal ist Schweigen nicht Gold und Reden mehr als Silber.

Wenn ihr jemand wie Kurt kennt oder jemand wie eins seiner Mädchen, bitte schweigt nicht. Mit diesem Ende war niemand gedient.

Ich verurteile Kurt nicht – das hat er nun selbst getan. Ich kann ihm auch nicht verzeihen, was er getan hat – das können nur die tun, denen er es angetan hat. Und die können es nun auch nicht mehr. Er war ein intelligenter, talentierter Mensch mit nicht nur guten Charaktereigenschaften – wie alle Menschen.

Ich veröffentliche diesen Brief nun als Mahnung – laßt niemand in eine solche Sackgasse rutschen. Er wußte, wie es um ihn stand, daß er manisch-depressiv war, und daß er kleine Mädchen mochte. Aber interessiert hat es anscheinend niemanden. Sonst wäre das, weshalb er jetzt vor Gericht stand, gar nicht mehr passiert. Und das alles hat viele im Osten sehr getroffen. für die die Texte von Kurt Demmler Teil ihrer Kindheit, ihres Lebensgefühls sind. Für die nun dieser traurige Mist bleibt als Erinnung.

Kurt Demmler hat in den Verhandlungen sich vermummt wie ein Terrorist im schwarzen Block, obwohl doch jeder wußte, wie er aussieht. Er hatte nur noch Angst. Doch er „war nicht selbstmordgefährdet“? Also wirklich. Wenn ich in der Lage wäre, in der er war, würde ich für mich auch nicht mehr garantieren. Wobei ich verstehen kann, daß sich jemand viel zu sehr schämt, um zuzugeben, daß er sowas gemacht hat. Aber das müssen sich andere doch auch gedacht haben, warum hat man ihn so in sein Verderben – und das der betroffenen Kinder, die nun auch ein weiteres Mal bestraft sind damit, an seinem Selbstmord schuld zu sein und eben nicht mehr mit ihm reden zu können, rennen lassen. Da heben einige Leute schwer gepennt und mit diesem Ergebnis ist niemand gedient.

Natürlich kann auch ich nicht wissen, ob die Vorwürfe wirklich zutreffen, auch wenn leider alle Anzeichen dafür sprechen. Es ist nun auch zu spät, darüber nachzudenken, das hätte viel früher geschehen müssen. Aber ich weiß, daß eben auch gerne verleumdet wird und ich genau das zuerst vermutete, als ich damals die Amazon-Rezension entdeckte.

Doch auch wenn Kurt Demmler unschuldig war, wäre er in dieser Lage klar selbstmordgefährdet gewesen. Anscheinend haben da einige Leute übersehen, wie sehr Menschen mit DDR-Geschichte einerseits durchaus Gefühle und Träume zeigen, andererseits aber ihr wirkliches Innerstes für sich behalten. Auch heute noch alles abschirmen, um sich nicht verdächtig zu machen. Und auch selbst die Augen verschließen.

Ich frage mich, wie hat etwas, das anscheinend schon so lange bekannt war, so weit kommen können.

Aus dem (inzwischen gelöschten) Gästebuch von Kurt Demmler:

Hier haben sehr viele Menschen versagt. Viele, viele hätten besser aufpassen können. Täter können auch Opfer sein, und möglicherweise hätten manche nicht Opfer sein müssen und manches Opfer wäre nicht nötig gewesen, hätte man nur besser aufgepasst!

und

den angehörigen und freunden wünsch ich kraft und redseligkeit

Nun, ich war jetzt redselig…auch wenn ich mich nicht als Freund bezeichnen würde…

(Hervorhebung im Brief von mir – nachher ist man immer schlauer…)

Von „Kurt Demmler“ <kurt@demmlersong.de>
Betreff: Re: Amazon.de – Kerzenlieder
Datum: Sun, 22. Jul 2007 18:09:09 +0200

ich danke dir für deinen hinweis. ich habe mich noch nie für die
restverkäufe bzw deren rezensionen auf amazon oder anderen internetshops
interessiert. danke also für deinen link, mit dem ich gleich und ohne lange
fummelei auf die richtige seite kam. ich lasse ja jedem gern eine kritische
meinung zu meinen produkten oder meiner person. aber das hier ging zu weit.
ich habe also bei amazon die sofortige entfernung des textes und die
mitteilung der daten des urhebers verlangt, für den fall dass mein anwalt
eine möglichkeit zur verleumdungsklage sehen sollte.

abgesehen von solchen verdächtigungen, wüsste ich allerdings nicht, was du
mit den „vielen miesen angriffen“ auf meine person meinen könntest. ich
kenne nur gelegentliche anspielungen dieser art. aber miesere kann ich mir
eh nicht
vorstellen. auch weil man nicht weiß, wie man sich dagegen wehren soll. fakt
ist allerdings, dass meine letzten beiden gesangspartnerinnen tatsächlich
auch meine freundinnen waren (zwei bzw.sieben jahre lang). da es sich um
volljährige frauen handelte, weiß ich nicht, worin das problem besteht und
warum man mir das nicht gönnen sollte. fakt ist nämlich auch, sie sind nicht
meine
freundinnen geworden um mit mir auftreten und cd s machen zu können.

ich bin mir übrigens im klaren, dass ich nie mehr eine solche parnerin
finden würde. ausschließlich deshalb habe ich meine auftrittskarriere am
1.6.93 von einem tag zum andern aufgegeben. wenn ich im gästebuch manchmal
wirke, als machte ich mir wieder hoffnung, dann muss ich wohl gerade eine
manische phase haben. im allgemeinen aber überwiegt die depressive. aber
eine initiative in die richtung habe ich nie mehr unternommen.

schön, dass du dich auf meiner homepage umsiehst. dann ist die ganze arbeit
mit dem texte eintippen aus alten schmierheften doch nicht umsonst. zur zeit
stelle ich gerade in abständen von wenigen tagen mehrere hundert texte
meiner liveauftritte und -konzerte auf die homepage, allerdings in den
mitgliederbereich. ich hoffe, du bist mitglied und kannst aus ihnen
ermessen, welche themen und befindlichkeiten die ddr prägten. natürlich
handelt es sich fast ausschließlich um texte, die nie eine chance hatten, in
die massenmedien zu gelangen. auf den bühnen des landes dagegen ging
einiges, auch wenn man für einzelne texte immer wieder auftrittsverbote
kassieren musste. als arzt und rocktexter hatte ich allerdings noch zwei
andere sehr einträgliche berufe und musste so nie um mein auskommen bangen.

ja, ich habe gern gelebt in der ddr. ich hatte eine rolle, die mich
erfüllte und mir bedeutung gab. und ich hatte ab und an mal ein groupie
(falls man das für nichtgruppen überhaupt so nennen kann). und was gibt mir
der westen?
den absoluten rückzug mit 535 € rente, wenn es mal so weit sein wird. aber
ich weiß noch nicht, ob ich
es so weit kommen lassen werde.

weiß auch gar nicht, warum ich dir so mein herz ausschütte. wahrscheinlich
bin
ich dir nur sehr dankbar für deinen hinweis.

kurt

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Kommentare

1. nirak - 6. Februar 2009

Dieser Brief lässt in der Tat tief blicken, und im Nachhinein für das was geschehen ist in mir eine große Trauer hochkommen. Viele viele Künstler die aus Ihrer Schaffensphase herausgerissen warum auch immer werden, sind stark depressiv geworden.Ich denke als Nichtfreischaffender ist soetwas schwer nachzuvollziehen was in solch einen Menschen vor sich geht.
Schlimm finde ich, dass erst nach so vielen Jahren die vermeintlichen Opfer sich melden, jetzt wo er des Lebens sowieso schon überdrüssig war, fast schon feige, sorry meine Meinung.
Natürlich war er ohnmächtig gegenüber den Anschuldigungen und natürlich selbstmordgefährdet. Ich kannte Ihn nicht nur aus den Schulunterricht Musik

2. Langhaariger Bombenleger - 7. Februar 2009

Danke für Deinen Kommentar. Du hast es auf den Punkt gebracht: Dieser Prozeß war feiges Nachtreten auf jemand, der schon am Boden lag.

Es spielt keine Rolle mehr, was Kurt einmal getan oder auch nicht getan hat. Er war Familienvater, er hätte niemand mehr geschadet. Er war kein Fritzl, der bis zuletzt gemeingefährlich war. Wie soll seine Frau, wie sollen seine Kindern nun mit diesem Erbe klarkommen? Interessiert das jemand? Vermutlich nicht.

Die Aktion, ihn nun systematisch fertigzumachen, startete wohl mit den „Rezensionen“ bei Amazon.de, die ich entdeckt hatte, als ich mir die „Kerzenlieder“ kaufen wollte – und wo ich mich fragte, wieso Amazon.de so etwas freigeschaltet hatte – es waren nur die bekannten Anschuldigungen und keine Rezension der CD. Ist ein Buchladen dazu da, solche Auseinandersetzungen zu publizieren? Schließlich erscheinen Rezensionen bei Amazon.de erst nach manueller Freigabe – es wurde also bewußt von Amazon.de freigegeben, obwohl es nicht den Amazon-Rezensionsrichtlinien entsprach. Nein, nicht ok.

Dann ging es mit der Hetze weiter in Wikipedia. Nicht ok.

Dann formierte sich ein Board im WWW mit dem Thema. Ok.

Dann kam die Anzeige. Ok.

Dann kam eine Kampagne der BILD. Nicht ok.

Nun, ich denke, sechs Mädchen haben sich das nicht ausgedacht. Aber diese Hetzjagd, die war unmenschlich und kein Stück besser als das, was Kurt vorgeworfen wird. Was sollte das jetzt? Jahrzehnte später?

Sagte ich gerade „war“?

Nein, die Hetzjagd auf Kurt ist ja nicht vorbei. „Rose“ postet ihren Text, den es nun seit -zig Monaten gibt, überall, in jedem Forum, auf jedem Blog. Auch jetzt, wo Kurt kapituliert hat.

Sie hat doch gewonnen, aber selbst das reicht ihr nicht. „Über die Toten nichts Schlechtes“ – dieser Satz gilt für sie nicht.

Ich kann ja verstehen, daß jemand traumatisiert ist, rachsüchtig, etc. pp. „Rose“ Vorwürfe zu machen, wäre sicher fehl am Platz. Sie wird nicht anders können, ebenso wie Kurt wohl nicht anders konnte. Aber da als Bild, als Super-Illu mitzumachen, Kurt jetzt zum Monster zu deklarieren, wo eigentlich alles schon vor Jahren beendet war, ist einfach nur eine billige Nummer. Ebenso, wenn die Justiz behauptet, Kurt sei nicht selbstmordgefährdet gewesen. Daß er eine Einzelzelle hatte, war aber nur logisch: Wem solche Vorwürfe gemacht werden, der lebt im Knast nicht lange, wenn er keine Einzelzelle hat.

Eine Ungerechtigkeit rechtfertigt keine andere Ungerechtigkeit.

Es gab mal den Film „Die verlorene Ehre der Katarina Blum“. Du kennst ihn sicher. Wie Bild jemand gehetzt und zur Strecke gebracht hat.

Wie man sieht, hat sich in all den Jahrzehnten seit diesem Film nichts geändert. Ich habe gestern die Berichterstattung in Bild.de und auf den Seiten der Super-Illu nachgelesen. Kannte ich vorher nicht, sorry, ich lese sowas normal nicht.

Tolle Leistung das, Bild. Ihr könnt stolz auf euch sein. 😦

3. matthias - 8. Februar 2009

Vielen Dank fuer den Beitrag.
Ich war vielleicht einer der letzten, die Kurt noch in Freiheit gesprochen hat (ausser seiner Familie). Und soll ich dir was sagen: Ich habs nicht gewusst. Er hat sich mir ein einziges Mal gegenueber geaeussert: „Falls du es mal hoeren solltest: Da gibts Geruechte, an denen nichts dran ist. Ich hab mir viele Feinde gemacht, und die wollte mich schon zu Ostzeiten fertig machen“. Ich hab ihm geglaubt, warum nicht.
Ich hab nicht nachgeforscht, ich hab nicht recherchiert – ich hab ihm nicht nachspioniert, warum auch.

Den Wikipediakommentar sah ich irgendwann im Juni 2008. Kurt benahm sich immer merkwuerdiger. Ja, depressiv war er – im Sinne der Krankheit. Ja, cholerisch war er. Ja, paranoid auch. Aber ja, er war auch einer der besten Freunde, die man sich vorstellen kann, wenn man durch die empfindliche Haut schaut.

Ich hoerte, im Gefaengnis stand er unter Beruhigungstabletten, daher dachte ich bis vor kurzem auch, dass er gut beschuetzt wurde. Aber das war wohl ein Irrtum. Ja ich mache mir Vorwuerfe.

Wer sagt, sich das Leben zu nehmen sei feige weiss wohl nicht, wie wertvoll das Leben ist.

4. Langhaariger Bombenleger - 13. Februar 2009

Tja, Matthias, warum sollte man auch seinen Freunden so etwas zutrauen? Da könnte man ja niemand mehr vertrauen. Kurt war hochintelligent, wußte, wie er vertuschen konnte. Wußte nur nicht, wie er aufhören konnte. Und anscheinend war die ganzen Jahre niemand daran interessiert, daß er aufhört.

Gewußt haben es wohl doch recht viele. Und geschwiegen. Es gab ja in der DDR keine Kinderschänder, nur im bösen Westen. Es durfte keine geben. Also hat man geschwiegen. Ob Frau oder Stasi. Das ging erst „schief“, als es keine DDR mehr gab.

Ich habe ja im ursprünglichen Post meine Meinung kundgetan. Das ständige c&p-Posten von „Rose“ und die BILD/Super-Illu-Sensationsgeilerei (mit Links zu den CDs darunter zum Kaufen!) haben mich zwar sehr geärgert, wie in obigem Kommentar dargelegt. Das neutralisiert aber nicht mein ursprüngliches Post Und es ist nun klar, daß viele Leute geschwiegen oder gar mitgespielt haben, irgendein Mädel die Kinder Kurt gar geradezu zugeführt hat, indem sie sie unerwartet mit ihm alleine ließ, obwohl sie ursprünglich bei ihr übernachten sollten.

Und alles steckt auch in seinen Texten. Vielleicht hoffte er insgeheim, aufzufliegen, damit es endlich ein Ende hat.

Das Ganze ist ziemlich gruslig.

Auch andere Demmler-Fans haben sich nun abgewendet und ich denke, die von ihm selbst aufgenommenen CDs werde ich nun auch nicht mehr laufen lassen. Sie sind nun für mich vergiftet.

Zugegeben, so wirklich gut gefielen mir sie nie, die Kerzenlieder und der kleine Prinz. Es war mir irgendwie nicht wohl dabei. Irgendwas stimmte nicht. Und nun habe ich ein Grundmißtrauen gegen Menschen, die sich sehr für Kinder interessieren – Lehrer z.B.

„Jeder Mensch kann jeden lieben“ – nein, da hat Kurt es sich zu einfach gemacht. Denn er hat dabei nicht die platonische Liebe gemeint, wie wir nun wissen.

Alles sehr schade, aber nicht mehr zu ändern. Ich kann nur nochmal sagen: Es sollte nicht so weit kommen.

Es darf allerdings auch nicht dazu kommen, daß Leute verleumdet werden. Solche Vorwürfe beenden auch dann Karrieren, wenn nichts daran ist.

Noch ein paar Links:

http://tragophil.myblog.de/tragophil/art/299828744

http://kurtdemmler.foren-city.de/topic,2,-schweigt-nicht-laenger.html

http://www.freitag.de/kultur/0907-demmler-liedermacher-ddr-selbstmord-moabit

Und damit ist für mich das Thema nun durch.


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